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[15.07.2010]

Bei vier Quadratmetern geht es los

Solarkollektoren übernehmen die Warmwasserbereitung und unterstützen die Heizung

Neben Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung gibt es die Möglichkeit, Flach- oder Vakuumröhrenkollektoren für die Warmwasserbereitung auf das Dach zu hieven. Foto: pixelio.de

Neben Photovoltaikanlagen zur Stromerzeugung gibt es die Möglichkeit, Flach- oder Vakuumröhrenkollektoren für die Warmwasserbereitung auf das Dach zu hieven. Foto: pixelio.de

Was bringen Solarkollektoren? Diese Frage ist heftig umkämpft. Hersteller versprechen mitunter, dass Gas- und Ölverbrauch durch die Unterstützung mit Sonnenwärme auf weniger als die Hälfte sinken. Kritiker wiederum rechnen mit Ersparnissen im einstelligen Prozentbereich und mit Amortisationszeiten von mehreren Jahrzehnten. Die Wahrheit dürfte, wie so oft, in der Mitte liegen. Mit einiger Sicherheit steht jedoch fest, dass es immer auf den Einzelfall, auf das konkrete Haus und das individuelle Heizverhalten der Bewohner ankommt.
Die Deutsche Energieagentur (Dena), immerhin eine staatliche Einrichtung, geht davon aus, dass in einem normalen Wohnhaus bis zu 60 Prozent des Warmwasserbedarfs und in einem gut gedämmten Haus zusätzlich bis zu 20 Prozent der Heizenergie von Solarkollektoren geliefert werden können. Für einen Vier-Personen-Haushalt veranschlagt die Dena bei reiner Warmwassererzeugung vier bis sechs Quadratmeter Kollektorfläche auf dem Dach und eine Investition von 4000 bis 6000 Euro.

 

Will ein Vier-Personen-Haushalt Warmwasserbereitung und Heizung von der Sonne unterstützen lassen, muss man laut Dena mit bis zu 18 Quadratmetern Kollektorfläche und mit Investitionen von 8000 bis 12.000 Euro rechnen.
Direkte Zuschüsse vom Staat gibt es zumindest im laufenden Jahr nicht mehr. Anfang Mai hat die Bundesregierung ihr bis dahin geltendes Förderprogramm gestrichen. Lediglich Freiberufler und Landwirte können unter besonderen Bedingungen noch vergünstigte KFW-Kredite für Sonnenwärmenutzung in Wohnhäusern bekommen. Einige Städte und Gemeinden fördern weiter auf eigene Faust Solarkollektoren. Auskünfte dazu kann die kommunale Baubehörde geben.

 

Solarkollektoren harmonieren mit Fußbodenheizung

 

Die Preisrechnungen der Dena sind nur grobe Faustwerte. Im Detail fließen zahlreiche Größen ein. Zunächst einmal kommt es auf das Haus an. Ideal sind Gebäude mit Dachneigung in Richtung Süden, weil dort die maximale Sonnen-Ausbeute zu holen ist. Auch Kollektorflächen nach Westen oder Osten sind möglich, nur müssen sie größer ausfallen, um genügend Sonnenwärme einzufangen. Die Dämmung des Hauses spielt ebenfalls eine Rolle, mehr noch die Art der Heizung. Denn Solarkollektoren erreichen niedrigere Temperaturen als Öl- oder Gasbrenner. Deshalb harmonieren Kollektoren am besten mit Fußboden- und Wandflächenheizungen, die niedrigere Wassertemperaturen brauchen.

 

Im Regelfall muss zusätzlich zur solaren Wärmeerzeugung noch eine konventionelle Heizungsanlage betrieben werden. Nur in gut gedämmten Gebäuden können Solarkollektoren zusammen mit einer Wärmepumpe die Heizung ganz ersetzen.

 

Qual der Wahl: Flach- oder Vakuumröhrenkollektoren?

 

Es kommt auch auf die Kollektortechnik selbst an. Auf Wohnhäusern sind in den meisten Fällen Flach- oder Vakuumröhrenkollektoren installiert. Flachkollektoren fangen die Sonnenwärme mit breiten, schwarz angestrichenen Kupferbändern ein. In Vakuumröhrenkollektoren sind diese Absorberstreifen deutlich dünner und werden in luftleeren Röhren gelagert.

 

Neuere Modelle verwenden keine Metallstreifen, sondern speziell beschichtete Glasröhren. Das Vakuum verringert den Wärmeverlust nahezu auf Null und steigert die Effizienz. Vakuumröhrenkollektoren benötigen also wesentlich weniger Fläche als Flachkollektoren. Dafür sind Flachkollektoren in der Anschaffung günstiger und tauen durch ihre Wärmeabstrahlung im Winter dünne Schneeschichten selbst ab.

 

Beide Varianten funktionieren ähnlich: Der gesamte Kollektor befindet sich in einem schwarzen Kasten mit Glasplatte auf der Vorderseite. Hinter den Absorberbändern verläuft eine Rohrsystem, durch das Wasser mit Frostschutzmittel zirkuliert. Das Wasser nimmt die Wärme aus den Kollektoren auf und fließt in einen Wärmetauscher. Im Austauschprozess wird ein Warmwasserspeicher aufgeheizt, der Bestandteil des eigentlichen Haus-Wassernetzes ist. Dieses Gerät stellt sicher, dass immer eine ausreichende Wassermenge vorhanden ist und hält die gewünschte Temperatur. Damit verbunden ist eine Steuerelektronik, die bei Bedarf die Pumpe für das Frostschutzmittel-Wasser-Gemisch oder den Brenner der Zentralheizung einschaltet. Die Stromkosten für Pumpe und Steuerelektronik liegen für einen normalgroßen Haushalt meist unter 20 Euro pro Jahr.

 

Autor: Volker Thies




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