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[09.07.2010]

Gefährlich: Der Platz an der Sonne

Sommerliche Temperaturen belasten Mensch und Technik / Autofahrten in der Mittagshitze sollten vermieden werden

Thermisch überbelastet: Ohne Kühlung droht dem Kreislauf die Überhitzung. Die Reaktionsfähigkeit schwindet mit jedem Grad Celsius. Fotos: mid

Thermisch überbelastet: Ohne Kühlung droht dem Kreislauf die Überhitzung. Die Reaktionsfähigkeit schwindet mit jedem Grad Celsius. Fotos: mid

Ganz verknautscht von der Hitze: Selbst bei offenem Fenster gehören im Sommer weder Tiere noch kleine Kinder in ein parkendes Auto.

Ganz verknautscht von der Hitze: Selbst bei offenem Fenster gehören im Sommer weder Tiere noch kleine Kinder in ein parkendes Auto.

Mensch und Auto ächzen gleichermaßen unter der Sommerhitze. Kreislauf, Motor und Reifen leiden. Einige Kniffe helfen, auch bei hohen Außentemperaturen sicher zu fahren.

 

Fahrten in der Mittagshitze sind nach Möglichkeit zu vermeiden. Zudem ist laut dem Centrum für Reisemedizin (CRM) häufiger als üblich eine Rast einzulegen, bei der kleine gymnastische Übungen absolviert werden. Beispielsweise mit den Füßen wippen oder die Beine anspannen, strecken und beugen. Dadurch wird der Kreislauf sanft angekurbelt. Die Pausen sind eine gute Gelegenheiten, etwas zu trinken: Mindestens eineinhalb bis zwei Liter Wasser, Schorle oder Früchtetee sollten es sein, bei starkem Schwitzen auch mehr.
Während der Fahrt darf die eventuell vorhandene Klimaanlage im Fahrzeug nicht zu kalt eingestellt sein. Neben der Erkältungsgefahr belastet ein zu großer Temperaturunterschied den Kreislauf. Unterstützt wird das Wohlbefinden ebenfalls durch das Tragen einer bequemen und funktionellen Kleidung, die gerade für lange Fahrten geeignet ist.

 

Wird das Auto abgestellt, so können die im Fahrzeug verbleibenden Insassen nicht auf eine Kühlung durch die Klimaanlage setzen. Für Kleinkinder und Tiere wird das lebensgefährlich, da sie sich nicht aus dieser Situation befreien können.

 

Rapider Temperaturanstieg in geparkten Pkw

 

Wie schnell und wie stark die Sonne ein geparktes Auto aufheizt, haben nun Forscher der University of Georgia im Detail ermittelt. Mit ihren Daten wollen sie dafür sensiblisieren, wie schnell in Autos zurückgelassene Kinder durch die Hitze sterben können.
So kann an einem Tag mit Temperaturen von rund 32 Grad Celsius die Hitze in einem geparkten Wagen demnach in weniger als einer halben Stunde auf einen für Kinder lebensbedrohlichen Wert klettern.

 

Generell heizt sich das Fahrzeug schneller auf, als viele Autofahrer vermuten. An heißen kann Tagen die Temperatur im Inneren eines auf einem offenen Parkplatz abgestellten Fahrzeugs innerhalb von fünf Minuten um rund vier Grad Celsius steigen. Nach zehn Minuten ist die Temperatur um etwa sieben Grad Celsius geklettert und nach einer halben Stunde um knapp 16 Grad Celsius. Eine Stunde nach dem Abstellen des Wagens kann die Temperatur im Fahrzeuginneren um circa 26 Grad Celsius höher liegen als zu Beginn.
Allein in den USA sterben jedes Jahr rund 40 Kinder, die im Sommer in einem geparkten Auto zurückgelassen werden. Oft vergessen die Eltern die Kleinen im Wagen. Aber es kommt auch vor, dass sie ein schlafendes Kind nicht wecken wollen und davon überzeugt sind, bei einer Abwesenheit von weniger als einer Stunde könne dem Kind nichts zustoßen. Die Forschungsergebnisse zeigen nun, dass dies ein fataler Irrglaube ist. Daher sollten Insassen, die sich nicht selbst behelfen können, niemals bei ungeeigneten Temperaturen im geparkten Auto verbleiben.

 

Kommt man dann mit Kind und Kegel – etwa nach getätigten Einkäufen zurück, so muss man häufig feststellen, dass sich der Innenraum in der prallen Sonne unangenehm erhitzt hat. Vorgesorgt werden kann mit einem geeigneten Stellplatz: Es ist beim Parken ratsam, einen Schattenplatz zu wählen. Ist keiner zu finden, helfen faltbare Pappen für die Windschutzscheibe gegen das Aufheizen des Fahrzeugs.

 

Bettlaken überhängen

 

Wird das Fahrzeug länger abgestellt, bietet ein helles Bettlaken zusätzlichen Schutz für die lichtempfindlichen Sitzbezüge oder Armaturen. Das Bettlaken kann dann für die Fahrt auf der Rückbank verstaut werden.
Dass die Sonneeinstrahlung auch auf der Straße ein Risiko darstellt, wird ebenfalls häufig übersehen. So empfiehlt sich ein guter Sonnenschutz, denn die UV-Strahlen können nicht nur durch ein geöffnetes Schiebedach, sondern auch durch die Scheiben dringen.

 

Auch an die Technik sollte  gedacht werden: Eine einwandfrei arbeitende Motorkühlung ist bei Hitze besonders wichtig. Vorschäden wie poröse Wasserschläuche behebt man besser schnell, sonst überhitzt der Motor. Eine voll aufgedrehte Innenraumheizung kann einem heißen Triebwerk Kühlung bringen. Wenn das Kühlsystem des Motors an seine Grenzen geraten ist, leitet die Heizung die warme Luft aus dem Motorraum in die Fahrgastzelle.
Reifen heizen sich schon während der Fahrt in kühlen Jahreszeiten durch die Roll-Reibung stark auf. Im Sommer leiden sie zusätzlich unter dem heißen Asphalt. Bei falschem Luftdruck und Hitze kommt es daher schnell zu Reifenschäden.

 

Nicht bis zum letzten Tropfen volltanken

 

Den Reifendruck kann man zumeist kostenlos an Tankstellen überprüfen. Doch sollte man auch beim Betanken des Fahrzeugs die Auswirkungen der sommerlichen Temperaturen bedenken. So kann nämlich das Volltanken des Autos bis zum letzten Tropfen gefährlich werden. Der Kraftstoff dehnt sich bei Hitze aus und kann dann aus dem Tank laufen. Dann besteht Brand- und Explosionsgefahr.

 

Im Hochsommer werden bei einem in der Sonne geparkten Auto aus 50 Litern kühlem Benzin schnell 51 Liter warmer Kraftstoff. Wenn sich die Zapfpistole an der Tankstelle automatisch abschaltet, sollte daher wirklich Schluss sein. Gleiches gilt natürlich auch für Motorräder und Nutzfahrzeuge. Auch beim Ersatzkanister ist auf ausreichend Platz zu achten.
Wie der Winter erfordert auch der Sommer die Einhaltung gewisser Verhaltensregeln. So behält man nicht nur einen kühlen Kopf, sondern kommt auch sicher an sein Ziel. mid




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